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Krebsforschung mit und ohne Tierleid

 

Pro Jahr erkranken fast 450.000 Deutsche neu an Krebs. Über 200.000 sterben jährlich daran.

 

Seit vielen Jahrzehnten geben Tierexperimentatoren sich größte Mühe, die verschiedenen Krebsformen des Menschen Tieren auf künstliche Weise zuzufügen. Sie spritzen z.B. Mäusen Krebszellen oder verändern ihre Gene so, dass sie bereits als junge Tiere Krebs bekommen. Oft können diese Mäuse sich kaum bewegen, weil ihre Tumoren so riesig sind. Sie sterben einen langsamen und sehr qualvollen Tod.

 

Für diese Forschung bekommen die Tierexperimentatoren große Mengen von den Steuergeldern, die alle Deutschen bezahlen müssen. Oft dauert es zunächst viele Jahre bis es bei Tieren den gewünschten Krebs zu erzeugen. Das wird dann als großer Erfolg gefeiert. Im Anschluss daran machen die Tierexperimentatoren krebskranken Menschen Hoffnung. Sie behaupten, dass sie den Krebs, den sie den Tieren künstlich zugefügt haben, bald heilen können und danach dann auch den Krebs der Menschen besiegen werden. Allerdings entsteht Krebs bei Menschen nicht künstlich, wie bei den Mäusen.

 

Die Wirkung der Angst

 

Viele Menschen bekommen Angst, wenn sie an Krebs nur denken. Und kranke Menschen haben verständlicherweise noch mehr Angst. Menschen, die Angst haben, suchen Trost und Hoffnung. Viele von ihnen glauben an eine Hilfe durch Tierversuche, auch wenn das ziemlich unlogisch ist, weil der Krebs der Mäuse ja ein anderer ist, als der Krebs von Menschen. Deshalb bekommen die Tierexperimentatoren oft immer mehr Geld, mit dem sie dann immer weiter Tierversuche machen können. Der Bau eines einzigen Gebäudes, in dem die Tierversuche gemacht werden, kostet oft 20 oder 30 Millionen Euro. Für die gesamte Suche nach neuen tierversuchsfreien Methoden stellt die Bundesregierung dagegen nur ungefähr 4 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.(1)

 

Häufig ist das Ziel der Tierversuchsforschung gar nicht Menschen vom Krebs zu heilen. Viele Forscher wollen Krebs zu einer bleibenden (chronischen) Krankheit machen. Das ist auch im Interesse der Pharmaindustrie. Die Patienten müssten dann lebenslang behandelt werden. Mit lebensgefährlichen Krebskrankheiten kann die Medizinindustrie viel Geld verdienen. (2)

 

Krebsforschung ohne Tierquälerei

 

Im Gegensatz zum Krankmachen von Tieren arbeiten fortschrittliche Krebsforscher mit Menschen und für Menschen. Das funktioniert z.B. indem man genau beobachtet, unter welchen Bedingungen Menschen Krebs bekommen, vom Krebs wieder genesen oder auch mit Experimenten an menschlichen Zellen.

 

Das Forscherteam um Dr. med. Maret Bauer von der Universitätsklinik in Kiel beispielsweise forscht mit den Krebszellen, die Frauen bei Brustkrebsoperationen entfernt werden. Das hat den großen Vorteil, dass es sich um Zellen von Menschen handelt, die Ergebnisse also auf die Situation bei Menschen übertragbar sind. Außerdem sind diese Krebszellen auf die Art und Weise entstanden, wie Krebs beim Menschen entsteht. Sie wurden nicht künstlich erzeugt, noch dazu bei einem Tier. Der Mensch ist schließlich keine Maus.

 

Die Krebszellen, an denen geforscht wird, wachsen in verschiedene Richtungen, wie der echte Tumor beim Menschen. Ein Ziel der Forschung ist, den Krebs des Menschen zu verstehen. Deshalb verändern die Forscher nun alle möglichen Dinge in der Umgebung der Krebszellen. Dadurch wollen sie lernen, wie der Krebs reagiert, z.B. ob er langsam oder schnell wächst oder sich zurückbildet. Krebs verläuft nämlich oft unterschiedlich von Mensch zu Mensch. Die Forscher wollen speziell für den Krebs einer bestimmten Person eine bestimmte Behandlung austüfteln, die genau diesem Menschen optimal helfen kann.

 

Tierversuche sind sehr teuer und dauern oft viele Jahre, ohne dass ihre Ergebnisse danach auf Menschen übertragbar sind. Zellkulturversuche, wie sie oben beschrieben wurden, verlaufen viel schneller und kosten weniger. Tierversuchsfreie Methoden werden von der deutschen Regierung allerdings nur minimal gefördert. Deshalb fördert der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. diese Methoden so gut er kann. Der bundesweite Ärzteverband verleiht Preise an Forscher, die für Menschen forschen und ohne Tierquälerei arbeiten. Die Forschergruppe um Dr. med. Maret Bauer hat einen dieser Preise bekommen. (3)

 

1 http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de

2 http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_528982

3 http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de

 

Fotos:

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kaYann/fotolia.com

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Prüfe Dein Wissen:

 

1. Was wird mit den Mäusen gemacht, damit sie Krebs bekommen? Finde im Internet heraus, was die Hauptursachen für Krebserkrankungen des Menschen sind.

 

2. Erkläre mit eigenen Worten womit die Kieler Forschergruppe arbeitet und warum ihre Forschungsergebnisse, im Gegensatz zu Mäuseversuchen, für Menschen nützlich sind.

 

 

Harry hilft Tieren ist ein Projekt von Ärzte gegen Tierversuche e.V.