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Wenn Tiere Schmerzen erleiden

 

Tierexperimentatoren, also, die Menschen, die Tierversuche durchführen, sagen oft, dass ihre Versuche gar nicht grausam und die Schmerzen der Tiere nicht groß seien. Sie begründen das zum Beispiel damit, dass die Tiere Schmerzmittel bekämen.

 

Vielleicht bist Du selbst schon einmal operiert worden oder hast einen Unfall erlitten und am eigenen Leibe gespürt, wie sehr schon kleine Verletzungen weh tun können. Tieren im Versuchslabor werden jedoch oft nicht nur kleine Verletzungen zugefügt.

 

Wenn Menschen operiert werden, bekommen Sie danach mehrere Tage Schmerzmittel, die genau auf die Art und Schwere ihrer Schmerzen abgestimmt sind. So sollte es dann auch bei Tieren sein, um ihnen ihre Schmerzen so gut es geht erleichtern zu können.

 

Man hat aber herausgefunden, dass Tierexperimentatoren leider nicht so verantwortungsbewusst mit den Schmerzen der Tiere im Labor umgehen.

 

Viele Menschen mögen Ratten nicht. Doch wir wissen heute, dass Ratten ebenso Leid empfinden können, wie Menschen oder Hunde, denen man weh tut. Auch wenn sie nicht in unserer Sprache klagen, leiden sie furchtbar. Darf man jemandem, den man nicht mag, oder vor dem man sich vielleicht sogar ekelt, verletzen und Schmerzen zufügen?

 

Nur bei ungefähr jedem zweiten Tier und speziell bei Ratten sogar nur bei jeder fünften Ratte, denen schmerzhafte Verletzungen zugefügt wurden, war überhaupt von Schmerzmitteln die Rede. Das heißt also, höchstens die Hälfte aller Tiere im Labor bekommt ein Schmerzmittel verschrieben, welches die Schmerzen lindern soll. Dazu kommt, dass die verschriebene Dosis häufig nicht mit der Dosis übereinstimmt, die die Tiere brauchen würden.

 

Schmerzmittel bedeuten nicht gleich Schmerzlinderung

 

Wenn in einer Tierversuchsbeschreibung Schmerzmittel erwähnt werden, bedeutet das noch lange nicht, dass die Tiere keine Schmerzen erlitten haben. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Einige wollen wir Dir hier erklären:

 

• Man weiß bei vielen Tieren noch überhaupt nicht, welche Schmerzmittel gut oder schlecht wirken. Und weil die Tiere

ja nicht unsere Sprache sprechen, können sie nicht, wie Du im Krankenhaus der Krankenschwester, sagen, ob das

Schmerzmittel geholfen hat, oder ob sie ein ganz anderes brauchen.

• Tiere zeigen uns ihre Schmerzen oft nicht. Sie versuchen sie instinktiv zu verbergen. Schwäche zu zeigen wäre in

der Natur oft ihr Todesurteil, da sie sonst zu leichter Beute werden. Und nur weil Mäuse, Ratten oder Hunde im

Labor geboren sind, verlieren sie ihre natürlichen und art-typischen Verhaltensweisen noch lange nicht.

• Bei vielen Tieren ist es schwierig Medikamente zu geben. Katzen nehmen zum Beispiel schlecht Tabletten ein.

Schmerzmittel vertragen sie außerdem schlecht und man darf Katzen nur ganz wenig davon geben.

• Noch schwieriger wird es, wenn die genaue Menge wichtig ist - wie bei Schmerzmitteln. Denn nur in richtiger Menge,

helfen Sie Schmerzen zu lindern.

 

Der Einfachheit halber schüttet man Mäusen und Ratten, wenn sie überhaupt Schmerzmittel bekommen, das Medikament einfach ins Trinkwasser. Ob die Tiere es auch getrunken haben, vor allem in ausreichender Menge, ist dabei kaum zu kontrollieren.

 

Aber angenommen jedes Tier würde die jeweils richtige Dosis an Schmerzmittel bekommen, so würde es trotzdem leiden. Es muss in einer kalten und langweiligen Umgebung leben, ohne Liebe und Fürsorge, z.B. durch einen Menschen oder tierische Freunde und Familie. Es lebt in ständiger Angst vor dem nächsten Versuch. Außerdem sind die Käfige nicht auf die Bedürfnisse der einzelnen Tiere angepasst. Hamster können sich z.B. keine Höhle bauen und Hunde haben keinen Platz für den Auslauf den sie benötigen. Affen werden häufig aus ihrem natürlichen Lebensraum, also dem Dschungel, heraus gefangen und ein Labor gebracht. Dabei werden die Affenkinder häufig von ihren Müttern getrennt. Stell dir vor, welche Angst sie haben müssen!

 

Tiere im Labor sind also einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt, die zu großem Leid führen. Und all das, obwohl dieses Leid gar nicht sein müsste! Wieso, das erfährst du in unserer Rubrik „Tierfreie Forschung“.

 

Keine Narkose ohne Risiko

 

So, nun hast Du viel über Schmerzmittel bei Tierversuchen gelernt.

 

Ganz wichtig ist aber noch Folgendes:

Auch wenn eine Narkose die Tiere schlafen lässt und damit verhindern soll, dass Tiere während z.B. eines operativen Eingriffs leiden, so besteht immer ein gewisses Risiko, dass das Narkosemittel nicht gut vertragen wird oder es zu Nebenwirkungen kommt. Manche Tiere wachen aus der Narkose gar nicht mehr auf. Hast Du schon einmal gesehen, wie Tiere sich verhalten, wenn sie eine Narkose wegen einer anstehenden Operation bekommen? Manche zittern und taumeln, andere erbrechen, die dritten bekommen Krämpfe oder schnappen nach Luft. Und beim Aufwachen nach der Operation geht das ganze dann noch einmal los.

 

Man kann Tieren ja nicht erklären, was gerade mit ihnen geschieht. Deshalb haben sie auch beim Tierarzt oft Angst. Auch wenn der ihnen wirklich helfen und nicht nur grausame Versuche mit ihnen machen will.

Die Tiere im Labor haben noch mehr Angst. Sie haben ja keinen netten Besitzer, dem sie vertrauen können.

 

Die Ärzte gegen Tierversuche wollen, dass Tiere überhaupt nicht mehr mit Tierversuchen gequält werden dürfen, denn körperliche Schmerzen sind nur ein Teil der Grausamkeiten, die Tieren im Tierversuch zugefügt werden.

Harry hilft Tieren ist ein Projekt von Ärzte gegen Tierversuche e.V.